Gerade bei jungen Familien sind Kiefer Möbel im Trend

Eine Weile lang lagen eher andere Holzsorten in der Möbelindustrie im Trend - wie beispielsweise Buchen-, Birken- oder Pinienholz. Doch junge Familien schätzen in letzter Zeit zunehmend wieder Kiefer Möbel.

In den siebziger Jahren gab es keine Studentenwohnung ohne Holzregale aus Kiefer. Möbel mussten erschwinglich, robust und gleichzeitig unkompliziert in der Pflege sein. Dazu kam noch, dass sie bei mehrfachem Wohnungswechsel leicht auf- und abzubauen sein mussten. Als weiterer wichtiger Punkt spielte der ökologische Aspekt eine Rolle. Das Holz musste ohne schadstoffhaltige Lasuren und Lacke nutzbar sein. Das war bei Kiefernholz der Fall. Zum Teil wurden die Möbel einfach unbehandelt genutzt oder mit einem natürlichen Öl oder Wachs wischfest gemacht.

Dann schloss sich in den achtziger und neunziger Jahren eine Phase des Überdrusses an dem hellen, weichen und etwas grobfaserigen Holz an. Bevorzugt wurden nun dunklere Holzsorten wie Mahagoni oder Pinie, mindestens aber das um ein bis zwei Farbtöne sattere Buchenholz. Doch letztlich hat das Kiefernholz eine Renaissance erfahren. Über die Gründe für dieses Revival lässt sich nur spekulieren. Doch mag sich auf jeden Fall die größere Unempfindlichkeit der Kiefer Möbel gegenüber anderen Holzarten durchgesetzt haben. Gerade im Kinderzimmerbereich spielt die Robustheit des Holzes eine große Rolle. Und auch gerade hier ist der ökologische Grundanspruch auf Schadstofffreiheit unübertroffen. Da das Kiefernholz mit der Zeit durch das UV-Licht nachdunkelt, "lebt" es weiter und gibt dadurch seinem Besitzer auch das Gefühl, ein Unikat zu besitzen. Selbst "Verdunkelungsschatten" durch nahestehende Möbelstücke sind willkommen, weil sie eben dem Möbel eine individuelle Prägung geben.

Nicht zu vernachlässigen ist der niedrige Preis für Kiefernholz, der Kiefer Möbel eben gerade auch für junge Leute und junge Familien so erschwinglich macht. Was Familien bei der Anschaffung ihres ersten Hausstandes in früheren Zeiten für ein einzelnes Eichen- und Mahagonimöbel ausgegeben haben, können sie heute für das gesamte Wohnungsinventar verwenden. Insofern hat der Durchbruch des Kiefernholzes im Möbelbereich auch zu einem Anwachsen des allgemeinen Wohlstandes geführt. Und wenn ein Möbel auch den Ansprüchen der Kiefern-Generation nicht mehr genügt, gibt es einen florierenden Secondhand-Markt.